Das Land Niederösterreich will die Zusammenarbeit mit dem weltweit größten Forschungszentrum CERN in Genf (Schweiz) ausbauen. Vor allem Start-ups sollen von den Forschern mit Know-how bei ihren Projekten unterstützt werden.

Das CERN gilt als das weltweit größte Labor für Teilchenphysik. Es stellt sein technisches Wissen, das es durch seine Erfahrung in Teilchenbeschleunigern und Detektoren gewonnen hat, für Unternehmen und Forschungsinstitute zur Verfügung und arbeitet auch eng mit diesen zusammen.

Ein Vorzeigeprojekt sei etwa das MedAustron-Zentrum in Wiener Neustadt, sagte Manfred Krammer, Leiter der CERN-Physikabteilung. „Die Zusammenarbeit mit Niederösterreich hat dazu geführt, dass mit CERN-Technologie das Bestrahlungszentrum MedAustron entstanden ist“.

MedAustron in Wiener Neustadt

MedAustron

Das Ionentherapie- und Forschungszentrum MedAustron gilt als Vorzeigeprojekt bei der Zusammenarbeit mit CERN

Jungunternehmer erhalten Zugang zu Netzwerken

Die Kooperation gehe nun weiter, aktuell werde mit zehn Institutionen – CERN Business Incubation Centers (BICs) – weltweit zusammengearbeitet. Eine davon befindet sich in Niederösterreich. „Ziel der Zusammenarbeit ist, Start-ups Zugang zum CERN-Expertenwissen zu verschaffen und ihre Ideen und Produkte durch zusätzliches Know-how aufzuwerten“, heißt es. Durch die CERN-Forscher erhalten die Start-ups Unterstützung in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Zudem bekommen die Jungunternehmer Zugang zu internationalen Netzwerken.

CERN

Zwei niederösterreichische Start-ups, die bereits von dem Fachwissen profitiert haben, sind die Firmen Neuschnee und eMentalist. „Neuschnee hat eine Schneemaschine entwickelt, die mit einer neuartigen Methode erstmals Pulverschnee produzieren kann“, lautet die Beschreibung des Unternehmens. Mit mathematischen Simulationsmodellen wurde die Firma unter anderem von der Schweiz aus unterstützt. Durch die Neuschnee-Technologie kann mit geringerem Ressourcenverbrauch die Umwelt in den alpinen Regionen nachhaltig geschont werden.

CERN

Niederösterreich will Ergebnisse nutzen

Die Firma eMentalist analysiert mittels „Machine Learning“ Tausende Nachrichten- und Social-Media-Plattformen und kann so etwa Korrelationen aufdecken. Durch die Analyse der Daten werden Trends frühzeitig erkannt. „Bei dieser Kooperation geht es darum, die Forschungsergebnisse von CERN-Projekten für die niederösterreichische Wirtschaft zur Verfügung zu stellen“, sagte die zuständige Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) bei einem CERN-Besuch. Weitere Start-ups, die ebenfalls an der Zusammenarbeit teilnehmen wollten, stünden bereits in den Startlöchern, hieß es.