Das Land Niederösterreich arbeitet mit der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN zusammen. Studierende der drei heimischen Fachhochschulen erhalten jetzt die Möglichkeit, in Workshops unter CERN- Anleitung deren spezielles Know-how wirtschaftlich zur Gründung von Unternehmen zu nutzen.

 „Niederösterreich ist mit seinem accent Gründerservice in den Kreis jener 10 europäischen Business Incubation Center aufgenommen, die ausgewählten Startups Zugang zu CERN-Technologien bieten können“, erklärt Technologielandesrätin Petra Bohuslav.

Vorreiter auf diesem Gebiet ist Norwegen, an dessen Vorbild sich Niederösterreich jetzt orientiert und erstmals eine CERN Screening Week abhält. Ausgewählte Studierende aus dem technischen Bereich, die sich bereits ernsthaft mit dem Gedanken einer Unternehmensgründung auseinandergesetzt haben, trafen heute im Palais Niederösterreich in Wien mit einer Vertreterin des CERN zusammen. In einem Workshop erarbeiten die Studierenden mögliche neue Anwendungsfelder für ausgewählte CERN-Technologien. Danach unterstützen CERN-Experten die Studierenden darin, ein tiefergehendes Verständnis für die Technologien zu entwickeln. Für die Vertiefung ihrer Ideen haben die Teilnehmer 12 Wochen Zeit, ehe sie im Februar 2020 selbst eine Woche in dem Internationalen Forschungszentrum in Genf unter Anleitung renommierter Experten und mit Unterstützung von CERN-Technologien intensiv an ihren Geschäftsmodellen feilen werden.

Für die heimischen Fachhochschulen ist dieses neue Angebot, das durch die Kooperation des Landes Niederösterreich mit dem CERN ermöglicht wird, ein wertvoller Baustein in der Ausbildung.

„Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen sind ein wesentlicher und fixer Bestandteil unserer Forschung und Ausbildung an der FH St. Pölten. Damit sichern wir die hohe Qualität in Wissenschaft und Lehre. Da das CERN zu den weltweit bekanntesten Forschungszentren gehört, ist die neue Zusammenarbeit  für uns eine einmalige Chance und ein zusätzliche Motivation für unsere Studierenden und unser gesamtes Team. Vor allem unsere Expertise in Cyber Security, Data Analytics, Virtual Realtiy und Artificial Intelligence können wir gut einbringen und bei gemeinsamen Projekten weiter vertiefen.“, sagt Hannes Raffaseder, Chief Research and Innovation Officer der FH St. Pölten.

Die Reise- und Aufenthaltskosten werden von den Fachhochschulen und dem accent übernommen. Der Output kann als Ausgangspunkt für die Masterarbeit herangezogen und zur Gründung eines eigenen Startups eingesetzt werden. Auch accent Geschäftsführer Michael Moll betont, dass die Screening Week daher ein Bestandteil der Spinoff-Strategie des Landes ist: „Denn Ziel ist es ja, die Teilnehmer als Unternehmensgründer in die Betreuung durch das accent aufzunehmen.“

Die Erfahrung in Norwegen, wo solche Screening Weeks bereits seit elf Jahren abgehalten werden, zeigen, dass sich die Bemühungen, mit Unterstützung von CERN Know-how Unternehmensgründungen im Technologiebereich anzustoßen von Erfolg gekrönt sind. „Es freut mich, dass wir nun auch in Niederösterreich jungen Menschen mit zukunftsweisenden Ideen diese Möglichkeiten eröffnen können“, fasst Landesrätin Petra Bohuslav zusammen.