Bereits zum dritten Mal wurde der tecnet/accent Innovation Award am TFZ Wiener Neustadt im Rahmen des Neujahrsempfangs vergeben. Eine wichtige Grundlage dafür, dass Wiener Neustadt auch weiterhin so erfolgreich unterwegs ist, sind junge, engagierte Forscherinnen und Forscher. Drei Teams wurden mit dem Award, einer gemeinsamen Initiative von tecnet equity, accent Inkubator und ecoplus, ausgezeichnet.

 Der Preis regt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu an, sich Gedanken über eine kommerzielle Verwertbarkeit ihrer Forschung zu machen. Entsprechend standen im Fokus der Bewertung durch die Jury nicht die Inhalte der Projekte, sondern die Strategien zur wirtschaftlichen Umsetzung.

Der 1. Platz ging an Peter Velicsanyi mit seinem Projekt „Graphene Based Materials Development for Innovative Aeronautical Applications“. Peter Velicsanyi von CEST hat neuartige graphenbasierte Materialien mit vielfältigen potentiellen Anwendungsmöglichkeiten entwickelt. Mit den Forschungsergebnissen könnte ein wichtiger Beitrag zur Senkung der CO2 Emissionen bei Flugzeugen geleistet werden. Denkbar wären hier beispielsweise neuartige, innovative Luftfahrtanwendungen, durch die das Gesamtgewicht von Flugzeugen gesenkt und damit eben letztendlich auch der Kraftstoffverbrauch verringert werden könnte. Auch ein Einsatz der neuen Materialien in anderen Luftfahrzeugtypen, Zügen, Autos oder Schiffen wäre künftig möglich.

Zweiter wurde das Projekt „PostPolyPrint (PPP)“. Bernhard Lutzer und Lidija Rafailovic haben einen innovativen Vorbehandlungs- und Beschichtungsprozess für 3D gedruckte Kunststoffbauteile entwickelt. Mit dem von den CEST ForscherInnen entwickelten Prozess könnten künftig Bauteile aus dem 3D Drucker mit neuen technischen Eigenschaften (z.B. chemische Funktionalität oder Beständigkeit gegen äußere Einflüsse) entwickelt werden. Die potenziellen Anwendungsgebiete reichen von Replikaten von wertvollen Schmuckstücken über besonders leichten und stabilen Antennen für die Luft- und Raumfahrt bis hin zu neuartigen, leichten Wärmetauschersystemen für Automobilanwendungen.

Den 3. Preis erhielten Matthias Maj und mit seinem Team für ihre Arbeit „Reliable operation of process-critical plants by in-situ condition monitoring“. Die Kenntnis über den Anlagenzustand in Echtzeit ist für die Fertigungsindustrie von entscheidender Bedeutung, um Wartung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Das Team um Matthias Maj von AC2T research hat nun eine Methode entwickelt, mit der wesentliche Anlagen- und Verschleißparameter von Walzen mittels eines Sensornetzwerks gemessen, durch eine effiziente Big-Data Analyse identifiziert und anschließend mit Augmented-Reality (AR) Tools angezeigt werden können. Die Forschungsergebnisse könnten künftig einen wichtigen Beitrag  bei der online-Überwachung kritischer Anlagenteile leisten und Ausbrüche von Schutzbeschichtungen rechtzeitig erkennen.

Die tecnet unterstützt die jungen Forscherinnen und Forscher auf ihrem Weg in die Marktumsetzung in Form von Trainings, Workshops oder Coachings. „Hier setzen wir mit dem „research to value“-Programm einen wichtigen Schritt. Es ist uns ein Anliegen, das Wissen um die ökonomische Verwertung von Forschung beim wissenschaftlichen Nachwuchs möglichst früh zu verankern“, sagt Thilo Schmalz, Technologie Transfer Manager der tecnet equity. Dem kann Michael Moll, Geschäftsführer des accent Inkubators, nur beipflichten: „Die beste wissenschaftliche Arbeit nutzt nichts, wenn man sie nicht so präsentieren kann, dass die Wirtschaft das Potenzial dahinter erkennt. Wir sind darauf spezialisiert, technologieorientierte und wissensintensive Startups zu unterstützen.“

 

Foto: © Gerald Tschank Schulbild GmbH